Statistik und Fazite – Wie ist es uns ergangen?

Wie versprochen, der letzte Beitrag zur großen Ostseerunde 2017 vom Goggolori:

Erstmal etwas Statistik… Wir haben insgesamt 76 Reisetage gehabt. Davon sind 21 Tage Zwangsstopps wegen zu schlechter Wetterbedingungen (Starkwind/Sturm). Dazu kommen 10 Tage Hafenaufenthalte, die gewünscht waren (Sightseeing, Erschöpfung, Einkauf…). Normalerweise hat eine Zwangspause 3-4 Tage gedauert.

Wir haben auf unserer Tour 44 Häfen in 3 Ländern besucht, Deutschland, Dänemark und Schweden. Nur 2 Häfen waren uns schon bekannt: Arnis (unser Ausgangspunkt) und Maasholm, beide an der Schlei.

Die Gesamtstrecke belief sich auf 1.048 sm, das sind 1.945 km. Davon wurden 403 sm gesegelt und 645 sm unter Motor zurückgelegt. Das sind 38% Segeln zu 62% Motoren. Da ist allerdings der Göta und der Trollhätten-Kanal mit 223 sm von der Ostküste bis zur Westküste Schwedens mit eingerechnet. Auf den Kanälen darf nur unter Motor gefahren werden. Zieht man diese Strecke ab, so verbleiben noch 825 sm, davon 403sm gesegelt. Der Motoranteil wäre dann 422 sm, das wären dann 49% Segeln und 51% Motoren. Hätten wir auf der Heimreise durch Kattegat und Belt normale Westwind-Lage statt häufiger Südwind-Lage gehabt, wäre der Segelanteil höher…

Ein Wort zum Motor: unser Honda ist ein Zweizylinder, Viertaktmotor mit 10PS. Ein Langschaft mit Schubpropeller für mehr Kraft. Wir haben einen Einbautank mit ca. 45l Inhalt. Zum Betanken ohne Tankstelle haben wir noch einen Kanister mit 20l dabei. Der Verbrauch belief sich auf ca. 3 Liter/h bei 5 kn. Insgesamt haben wir etwa 387 Liter Benzin verfahren, also ca. 500€.

Die Hafengebühren beliefen sich auf 10-23€/Tag, inkl. Strom und Duschen. Versorgt haben wir uns in guter Mischung aus Bordküche (Mitgebrachtes und beim Supermarkt eingekauft)/Grill und Essengehen, was in Schweden defakto Burger/Pizza oder Räckmärka bedeutet (Krabbenbrot).

So, genug der Statistik, jetzt kommen die Fazite:

Mark:

Ich möchte mich bei meiner Schwester Nicole, und meiner Mutter bedanken, sie haben in meiner Abwesenheit meinen Job  übernommen! Zu unsrer Reise möchte ich sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, mit welcher Leichtigkeit wir die (erhofften) Ziele erreichten. Auch war die Zeit, die wir uns genommen haben richtig berechnet.

Wenn man mit dem Boot unterwegs ist, besonders noch unter Segeln, so gibt das Wetter den Reisetakt vor, nicht die Planung! Auch erstaunt hat mich, dass außer Verschleiß keine nennenswerten Schäden entstanden sind (ein kleiner Kratzer im Boot…). Gott sei Dank!!!

Noch wichtiger ist, dass wir beide absolut fit und gesund sind (eine Erkältung habe ich schon unterwegs auskuriert). Gelernt haben wir außerdem, dass wir mit unsrem Boot (fast) überall hinkommen, Zeit vorausgesetzt… Natürlich bedarf das einer akuraten Planung und ständigen Räum- und Stauaktionen, welche mein Erster Offizier mustergültig erledigt hat!!! Und last not least, eine gewisse Leidensfähigkeit kann nichts schaden. So und jetzt geht’s zur Einschätzung des Ersten Offiziers:

Auch ich möchte mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die meine Arbeit übernommen haben und mir somit diese Möglichkeit der Auszeit mit ermöglicht haben.

OK, und hier die Gedanken des Ersten Offiziers, Smutjes, Deckspersonals, Navigators… Drei Monate auf kleinstem Raum – es funktioniert. Fortbewegung auf langsame, wetterabhängige Art – man lernt Geduld. War ich am Anfang bei jedem neuen Hafen noch aufgeregt (wie macht man da fest? Sind die Heckleinen klar zum Ausrauschen? Wo ist der Fenderhaken? Wie komme ich auf den Steg?), wurde ich nach einiger Zeit gelassener. Überhaupt, man nimmt alles irgendwie gelassener.  Und das tut gut! Gedanken konnten in Ruhe durch den Kopf gehen, man hatte ja unendlich Zeit bei stundenlangen Segeletappen. Und Ruhe! Es ist so schön, der Motor ist aus, die Segel stehen und man hört nur das Wasser und den Wind. Kein Motorenlärm (ok, außer ein Motorbootfahrer hat uns als Peilpunkt im Visier…), kein Geschrei, kein Lärm! Unbezahlbar!

Die Erfahrung, die Erinnerung, die kann uns niemand mehr nehmen! Und wir sind froh, dass wir sie gemacht haben.

 

 

4 Gedanken zu „Statistik und Fazite – Wie ist es uns ergangen?“

  1. Es war sicher eine schöne und wertvolle Erfahrung, dass Ihr Euch diese Auszeit vom Alltag nehmen konntet. Danke, dass Ihr uns durch diesen schönen und informativen Blog ein bisschen daran teilnehmen lasst. Ich wünsche Euch, dass die Entspannung noch ganz lange anhält. Und sollte es einmal anders sein, dann denkt einfach an Eure schönenTage und Erlebnisse zurück.Moni

  2. Ein super Reisebericht der uns prima gefallen hat.
    Ein glückliches Ende, uns gibt das Ansporn Ähnliches zu wagen. Viele Grüße Conny und Steffen

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