Wann sind wir endlich dahaaa???

In Bergkvara hat am am letzten WE niemand um den Maibaum getanzt. Der ist im Sturm weggeflogen (war wohl von Ikea?!?)….

Nee, Scherz beiseite, wir haben am Dienstag den 27.06. endlich ein Startfenster gefunden und sind den Kalmarsund gen Norden gesegelt.

Vorbei an der namensgebenden Stadt mit riesigen Schloss am Wasser, vorgemerkt für einen eigenen Besuch. Aber wir wollen ja Strecke machen, also unter der riesigen Brücke durch (bleibt der Mast hängen?), bis nach Borgholm im Norden von Öland.

Ein Ort, in dem endlich die maritime Mode zu den Booten passt. Durchschnittliche Bootslänge: 40 Fuß aka 12m… Der Goggi sah putzig aus dazwischen! Wir haben aber nach Ankunft ein lecker Roggenbröd mit gefühltem Kilo Krabben und ebenso viel Majonaise verspeist. Saulecker!!!

Von Borgholm aus sollte es eigentlich nach Figeholm im Schärengebiet gehen, aber ein drohendes Gewitter hat den Captain veranlasst, den Trip nach 20sm abzukürzen und nach Oskarshamn zu segeln. Hier liegen wir im Stadthafen sehr zentral mit guter Versorgung, war heute (Do.) beim Frisör.

Also, das Haar sitzt (das noch vorhandene bei mir,M…), wir werden die verbleibenden 80sm nach Mem auch noch schaffen. Dann sind wir erstmal dort wo unser zweites Highlight beginnt:

Der Göta-Kanal….

Gen Norden!

Am Dienstag, den 20. kams wie prophezeit: Ein Sauwind bis zu 7bft, natürlich direkt auf die Hafeneinfahrt. Schiffe die direkt in Schwellrichtung lagen tanzten Samba…

Die Goggi-Crew hat den schönen Küstenpfad zum Leuchtturm genommen und dabei ein missglücktes Einlaufen eines Holländers beobachtet. Wenn der Wind direkt auflandig weht, spricht man von einer Legerwallsituation. Wenn der Motor ausfällt und kein Segel zur Verfügung steht, strandet das Boot. Genau das ist passiert, wir haben zwei Seenotrettungskreuzer dabei beobachtet, wie das Schiff von den Steinen gezogen wurde. Die Crew war O.K., das Ruder Schrott!

Am Mittwoch wars dann endlich soweit, Hanö Auf Wiedersehen zu sagen und einen großen Törn zu segeln!

Es ging nach Sandhamn am Ausgang des Schärengebiets Blekinge und der Hanöbucht. Ein großer Schlag von 41,5sm der wieder alles bot: moderater Wind mit Boostersegeln, extremer Seegang von hinten (Kotzkurs, weil das Boot hin und her rollt!) und zum Schluß bei heftig auffrischendem Wind bis 5bft einen Handfesten Schrecken.

Wir segelten auf die Hafeneinfahrt zu und haben ca. 1sm vorher das Großsegel geborgen, Problem war, dass der Motor sich nicht starten ließ. Großer Schrecken, wir trieben auf ein Flachwassergebiet mit Steinen zu! Also aufs Vorschiff und den Anker klar gemacht. Nach einer Viertelstunde haben wir über UKW-Funk Hilfe beim Hafenmeister angefordert. Der kam dann mit dem Motorboot an, aber inzwischen hat unsere Mühle die Arbeit wieder aufgenommen…

Wir konnten also unter eigener Kraft in den Hafen fahren. Puuuh!!! Fürs erste waren wir bedient.

Der nächste Tag war Luftholen, Einkaufen und diversen Reparaturen (z.B. Segellatten zurechtbasteln, weil die guten aus den North-Sails Lattentaschen herausfallen und baden gehen…)

Heute, am Freitag (übrigens ist Midsommar jetzt am WE) sind wir von Sandhamn nach Bergkvara gesegelt. Wir sind jetzt im Kalmarsund gegenüber der Insel Öland. Es geht stetig nach Norden mit uns!

Wo wollen wir hin?

 

In das südschwedische Schärengebiet von Blekinge…

Am Samstag den 17. Juni sind wir nach einem weiteren, Schlechtwetter-bedingten Aufenthalt von Ystad weiter nach Simrishamn gesegelt. Ein bunter Strauss von Windverhältnissen! Ausgelaufen unter Großsegel und Genua mit eher leichtem achterlichem Wind entschlossen wir uns, unseren Turbo-Booster zu setzen. Nach Umrundung einer Landspitze hatten wir eher halber Wind. Gleichzeitig briste es ganz schön auf. Nach beängstigen 7,2kn auf der Logge war es Zeit den Booster zu bergen und die Genua auszurollen. Auf Höhe des Hafens Käsberga ( der Ort heißt wirklich so!!) kam uns unser Segelfreund Walter entgegen, der auf dem Rückweg war. Schneller als erwartet liefen wir gegen 16.15h in den Hafen von Simrishamn ein. Ein netter Ort mit guter schwedischer Pizza, genossen im idylischen Garten….  (30sm)

Am nächsten Tag, Sonntag, gings um 9.30h fast genau mit Nordkurs über die Hanöbucht just zur Insel mit selbigem Namen. Waren wir anfangs mit Standartgarderobe (Groß+Genua) etwas untermotorisiert (2 Std. gings nur unter Motor) hat der Wind langsam, aber stetig wieder zugenommen. Von hinten kam ein Holländer mit seiner 43 Fuß Halberg-Rassy auf. Wenn man bedenkt, dass das Schiff mit 13m Länge doppelt so groß ist wie der Goggi, hat er sehr lange gebraucht, um uns zu überholen (ca. 1kn schneller).

Braver Goggi, gut gesegelt und außerdem rund 750.000€ billiger… Vor der Insel Hanö haben wir dann doch noch auf die Schnauze gekriegt! Der Wind war so ruppig, dass das Segelbergen kein Vergnügen war auf dem Rodeogaul….

Heilfroh im Hafen waren wir auf der Suche nach einem Liegeplatz. Ein netter Kölner hat uns längsseits genommen, allerdings haben wir wegen des Schwells, der bei Westwind in den Hafen weht 2 Mal den Liegeplatz gewechselt. Das Wetter war heute wieder ausgesprochen sommerlich, so dass wir eine Inselwanderung unternahmen, über unzählige Felsbrocken kletterten und einige Hirsche beobachten konnten!

Wie geht’s weiter? Nun, für morgen ist Schietwetter angesagt (->7bft!) Wenns so kommt, kein Wetter für uns. Das schöne Schärengebiet werden wir uns für später aufheben, weil wir weiter wollen….

Schaun mer mal….

 

 

Farvel Danmark – Hej Sverige!

Nach zweieinhalb wunderschönen Tagen in Kopenhagen hat es uns mal wieder weitergetrieben! Nach Süden zuerst, dann weiter östlich.

Genauer genommen sind wir gleich südöstlich mit achterlichem Wind zuerst mit Groß und Fock, später nur noch unter Booster mit achterlichem Wind (2-3Bft.) Richtung Schweden gesegelt. Um die Halbinsel Falsterbo nicht umsegeln zu müssen, gibt es einen Kanal, den Falsterbo-Kanal. Allerdings muss man vorher unter einer Strassenbrücke durch, welche stündlich aufklappt.

Praktischerweise gibt’s vor der Brücke eine Marina, die wir gerne zum Übernachten + Essengehen beim Schweden-Libanesen genutzt haben…

Am nächsten morgen gings um 9 durch die Brücke und Kanal, um dann an der schwedischen Südküste raus zu kommen.

Da die Auswahl an Marinas in diesem Gebiet eher mau ist, haben wir uns gedacht, bei Sonnenschein + schönem achterlichem Wind können wir die 33 Seemeilen nach Ystad wagen. Mit der Genua (größeres Vorsegel als die Fock) gings stundenlang recht gut, bis zu 5 kn Fahrt.

Nach knapp 7h war dann Aus die Maus – Hondatime. Und um 18.45h, nach 9,5h lagen wir fest in Ystad. Kuchenbude aufgebaut, Essen zubereitet, ab in die Koje…

Heute am Freitag war Hafentime mit Sightseeing (Walander haben wir nicht gesehen!!!), einen ganz tollen Schiffsausrüster mit altem Besitzer und neuen und alten Zubehörteilen aus den letzten 120 Jahren. Das reinste Museum, und ein Paradies für Segler! Das Wetter könnte heute etwas besser sein, es ist sehr stürmisch, dauernd gibt’s Regenschauer und kalt isses.

Mal sehen, obs morgen schon weitergehen kann, wir wollen weiter die schwedische Südküste und dann die Ostküste entlang…

Bis bald!

 

Kobenhavn, wir sind da!!!!

Von Rodvig aus sind wir nach Dragor gesegelt, etwas gequält, weil 28sm mit zu wenig Wind doch etwas lang werden…

Aber alles auf Anfang: Unter Fock und Groß an der Kreideküste vorbei mit 3-4kn Geschwindigkeit war ja noch O.K., aber dann war die Fock abgedeckt, hat geschlagen und die 4 waren nur noch 2kn.

Also, Groß geborgen, Lifebelt eingepiekst und raus aufs Vorschiff mit dem Booster im Sack. Der funktioniert jetzt wie ein Genecker, d.h. Stagreiter sind weg und er wird fliegend gefahren.

Vorteil: die Fock muss nicht geborgen werden, nur eingerollt!

Nach 3,5h war dann aber Schluss. Kein Wind! Also gute 3h Honda-Segel….

Dragor ist ein putziges altes Fischerdorf an der Peripherie von Kopenhagen mit verwinkelten Gässchen und Hexenhäuschen! Das werden wir uns noch mal genauer anschauen…

Gestern waren die 8sm nach Kopenhagen nur noch Kür. Nur unter Fock mit achterlichem Wind waren wir in 2h im Langelinie Lystbadehavn. Der ist in Sichtweite der Lille Havfru (kleine Meerjungfrau) und nicht weit neben Schloß Amalienborg.

Gestern und heute sind ausgiebiges Sightseeing angesagt, wenn auch nach Hochsommer (gestern) Herbst+Sturm (heute) wir schon hier im Hafen ordentlich durchgeschockelt werden…

Mal sehn,   wie`s weitergeht!

Wir nähern uns…

Am 05.06. haben wir uns von Vejro verabschiedet und sind weiter durch das Smalandsfahrwasser nach Vordingborg gesegelt. Am Dienstag und Mittwoch waren Zwangspausen, bedingt durch Starkwind angesagt.

Das ganze Gebiet ist ziemlich flach, man bleibt tunlichst im betonnten Fahrwasser (falls vorhanden). Ansonsten hilft nur anhand von Karte und Kartenplotter zu interpolieren….(finde die Sandbank!). Vordingborg war nicht so der Brüller, eine Burgruine, paar Geschäfte (davon gefühlte 10 Optiker!), das wars dann.

Am Donnerstag, den 08.06. haben wir dann mittags entschieden, uns nach dem 10 Seemeilen entfernten Kalvehave zu verholen (2Std.). Unter einem bedrohlichen Himmel, aber mit moderatem achterlichem Wind (ca. 4 Bft.) gings unter Motor+ Fock nach Kalvehave. Nach Aufbau unserer Kuchenbude (Cockpitzelt) ging der Regen los, Schwein gehabt….!

Heute früh gings aus dem engen Fahrwasser mit Betonnungen wie im Slalom um die Untiefen herum raus auf die Faxe-Bucht.

Unter Fock und Großsegel konnten wir teilweise 5,5kn über die unruhige, und mehr aufbrisende Bucht segeln. Jetzt liegen wir in Rodvig am Ausgang der Bucht. Nach Kopenhagen sind es etwa 33sm in nördlicher Richtung, d.h. 2 Etappen.

BALD!!!!

 

 

Uns geht’s gut auf Vejro

 

Nachdem wir gefühlt das gesamte Umland von Bagenkop mit Bromptons, zu Fuss und Bus erkundet hatten, ließ dann doch endlich der Wind soweit nach, dass wir uns zur nächsten Etappe aufmachen konnten.

Bei strahlend blauem Himmel segelten wir um die Südspitze Langelands (winkten noch dem „Hühnergötterstrand“) und mit Backstagbrise (und modifiziertem Booster) weiter nordwärts an der Ostküste der Insel entlang bis Spodsbjerg.

Die Nacht war mit heftigem Schwell durch drehenden Wind ziemlich unruhig. Auch sonst fanden wir Spodsbjerg nicht so besonders, deswegen waren wir froh, dass uns Wind und Wetter eine Weiterfahrt möglich machten. Zuerst mussten wir den Hauptschifffahrtsweg (sowas ähnliches wie eine Autobahn für große Frachtschiffe) queren. Mit Vollgas und ständiger Kontrolle der großen Pötte machten wir so schnell als möglich auf die andere Seite. Bei einer näheren Begegnung mit zigtausend Bruttoregistertonnen würde unser Goggi wohl nicht so gut abschneiden ;-). Heile drüben angekommen konnten wir nun endlich Segel setzen und los ging sie, die wilde Fahrt! Mit 5 Bft und guten 6,5 kn Fahrt kamen wir rasch an unser Ziel, der Insel Vejro. Ein sehr gepflegter Hafen! Und ein exzellentes Restaurant, in dem wir uns am Abend ein 3-Gang-Menü gönnten.

Und heute morgen: grau, kein Wind, Nieselregen. Also gibt es heute nach den zwei tollen Segeltagen wieder eine Auszeit zum Gammeln, Wäschewaschen, Blogschreiben, Lesen und Spazierengehen. Auch schön, wir haben ja Zeit ;-)!

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