Leben auf 6,60 m und Seglerlatein

Da die meisten unserer Freunde und Bekannte nichts oder nicht viel über das Segeln wissen und wir bereits im Vorfeld Fragen über das Leben an Bord und das Segeln an sich gestellt bekommen haben, möchten wir hier mal ein paar Dinge erklären und beschreiben.

 Wenn man unter Deck geht, kommt man in diesen Teil (wird als „Salon“  bezeichnet):

Hier verbringen wir die Zeit, wenn es draußen zu kühl oder zu nass ist (natürlich nur im Hafen). Nicht im Bild zu sehen: An der Stange (das ist die Maststütze in Verlängerung des Mastes) befindet sich unterhalb der Decke ein Tisch, den man bei Bedarf herunter lassen kann. Der Kasten unten rechts ist unsere kleine Kühlbox. Gerade an warmen Tagen wollen wir sie nicht missen!

Unter den Polstern ist Stauraum. Hier findet man unsere Vorräte, Klamotten und anderes Gedöns wie Zewa (besonders wichtig!). Und das Allerwichtigste: den Weinkeller!

Vor dem Einräumen: 18 Flaschen Wein – ob das reicht?

 Hier ein Blick zum Eingang, dem Niedergang:

offen

 

zu

Die Treppe in der Mitte hat ebenfalls Klappen zum Unterbringen diverser Sachen.

Im Bild links ist die Landanschlusstafel in der Tür der Segelkammer zu sehen. Dahinter, wie der Name schon sagt, sind die Segel untergebracht, die gerade nicht gebraucht werden. Und noch einiges anderes…

Kochen können wir natürlich auch. In dem Schuber auf der anderen Seite des Niedergangs ist unsere Pantry (wieder so ein Schiffsausdruck). Und so sieht es ausgezogen aus: ein zweiflammiger Spirituskocher und ein Becken mit fließend kaltem Wasser (mit Fußpumpe). In den Klappen unten sind die Kochutensilien untergebracht.

Von den kleinen Schränkchen, die man über der Pantry sieht (offen und zu), haben wir auf jeder Seite drei Stück. Diese Schränkchen heißen Schapps. Und bieten wieder einiges an Stauraum. So ist zum Beispiel eines mit Küchendingen wie Gewürze, Kaffee, Tee, Kekse, eines mit Geschirr und eines mit Elektronika belegt.

Natürlich ist die Belegung des Stauraums total frei. So wird wohl jeder FS 22 – Besitzer das anders machen!

So, hier ist das Vorschiff, d.h. vorne im Schiff:

Hier schlafen wir. Und tagsüber schlafen hier unsere Bromptons (Klappräder).Unter den Polstern ist der Wassertank und wieder Stauraum. Außerdem für den Notfall eine Toilette.

Jetzt geht es nach draußen. Dieser Teil des Bootes nennt man Plicht. Hier sitzt man beim Segeln. Und im Hafen bei schönem Wetter. Bei nicht so schönem Wetter haben wir die Möglichkeit unsere Kuchenbude aufzubauen. Das ist so eine Art Zelt, das ganz speziell für jedes Schiff angepasst und hergestellt wird.  Wieso der Name „Kuchenbude“? Ich denke mal, da man damit auch bei schlechterem Wetter draußen sitzen und Kuchen essen kann :-).

Die Kuchenbude wird mit der Sprayhood verbunden. Das ist der vordere Teil, der auch beim Segeln drauf bleibt und vor Spritzwasser schützt.

 Und jetzt noch ein paar Begriffe, die eventuell in unseren Berichten vorkommen:

Luv – das ist die dem Wind zugekehrte Seite.

Lee – das ist die dem Wind abgewandte Seite.

Hoch am Wind segeln – wenn der Wind ziemlich von vorne kommt. Dabei legt sich das Schiff meist auf die Seite, das nennt man dann Krängen.

Halber Wind – der Wind kommt von der Seite.

Achterlicher Wind – der Wind kommt von hinten. Wenn man so segelt, hat man einen Raumschot-Kurs. Wenn der Wind ziemlich genau von hinten kommt, kann das Groß auf der einen und das Vorsegel  auf der anderen Seite gefahren werden, dazu sagt man dann Schmetterlingssegeln.

 Zu bemerken ist noch folgendes: Wenn der Wind von achtern bis halb (schräg von der Seite) kommt, bewegt sich das Boot durch den Widerstand im Wind vorwärts. Kommt der Wind weiter von Vorne, segelt das Boot durch Auftrieb, d.h. die Segel funktionieren ähnlich wie die Tragflächen eines Flugzeugs.

 Großsegel – das ist das hintere Segel, das am Mast und Baum (= Querstange am Mast) gefahren wird.

Vorsegel – hier gibt es verschiedene, je nach Wind und Richtung kann ein anderes verwendet werden:

Wir haben eine Sturmfock (sehr kleines Segel mit sehr robustem Stoff), das bei widrigen Bedingungen, wie der Name schon sagt, eingesetzt wird. Bisher mussten wir es zum Glück nur einmal verwenden und das auch nicht in diesem Urlaub.

Das nächstgrößere Segel ist die Fock. Das ist eigentlich der Allrounder und besonders geeignet, wenn man hoch am Wind segelt.

Dann kommt die Genua. Das ist das größte „normale“ Vorsegel. Bauchiger als die Fock und fängt damit mehr Wind ein.

Wir haben dann noch den von Mark modifizierten Booster. Ein Leichtwindsegel mit dünnem Stoff und schön bunt. Den kann man schön bei wenig Wind einsetzen.

Als letztes der Spinnaker. Ebenfalls ein Leichtwindsegel aus dünnem, buntem Stoff. Wird anders gefahren als der Booster.

 Zu der Geschwindigkeit und Distanz ist zu sagen, dass eine Seemeile 1,852 km entspricht und ein Knoten (Geschwindigkeit) 1 Seemeile pro Stunde beträgt.

Ich hoffe, alle Fragen sind geklärt. Falls etwas unklar ist, bitte gerne an uns wenden!

 

7 Gedanken zu „Leben auf 6,60 m und Seglerlatein“

    1. Der größte Teil dieses Beitrages ist von mir. Aber die anderen Berichte sind fast alle von Mark. Das macht er so gut, da halte ich mich zurück 😊!

  1. Hej ihr zwei 🙂
    Sogar eine hübsche Kochschürze habt ihr dabei! Und natürlich Wein. …so lässt es sich aushalten!
    Viel Spaß noch und liebe Grüße aus der Heimat!

  2. salut tous les deux, wir waren in südtirol kurz vor der ortlerbesteigung und sind jetzt ganz verdutzt, dass ihr soweit übers ziel hinaussegelt seid. Segelt ihr jetzt den ganzen göta kanal entlang? Weiterhin viel Spaß und liebe Grüße aus Monnem/Mannem

  3. Hai Zäme
    Es sieht wahnsinnig toll aus, wo ihr da überall herumfrendshipt.
    Ich wünsche euch weiterhin eine tolle Reise und immer eine Hand voll Wasser unterm Kiel
    Jrene

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