Statistik und Fazite – Wie ist es uns ergangen?

Wie versprochen, der letzte Beitrag zur großen Ostseerunde 2017 vom Goggolori:

Erstmal etwas Statistik… Wir haben insgesamt 76 Reisetage gehabt. Davon sind 21 Tage Zwangsstopps wegen zu schlechter Wetterbedingungen (Starkwind/Sturm). Dazu kommen 10 Tage Hafenaufenthalte, die gewünscht waren (Sightseeing, Erschöpfung, Einkauf…). Normalerweise hat eine Zwangspause 3-4 Tage gedauert.

Wir haben auf unserer Tour 44 Häfen in 3 Ländern besucht, Deutschland, Dänemark und Schweden. Nur 2 Häfen waren uns schon bekannt: Arnis (unser Ausgangspunkt) und Maasholm, beide an der Schlei.

Die Gesamtstrecke belief sich auf 1.048 sm, das sind 1.945 km. Davon wurden 403 sm gesegelt und 645 sm unter Motor zurückgelegt. Das sind 38% Segeln zu 62% Motoren. Da ist allerdings der Göta und der Trollhätten-Kanal mit 223 sm von der Ostküste bis zur Westküste Schwedens mit eingerechnet. Auf den Kanälen darf nur unter Motor gefahren werden. Zieht man diese Strecke ab, so verbleiben noch 825 sm, davon 403sm gesegelt. Der Motoranteil wäre dann 422 sm, das wären dann 49% Segeln und 51% Motoren. Hätten wir auf der Heimreise durch Kattegat und Belt normale Westwind-Lage statt häufiger Südwind-Lage gehabt, wäre der Segelanteil höher…

Ein Wort zum Motor: unser Honda ist ein Zweizylinder, Viertaktmotor mit 10PS. Ein Langschaft mit Schubpropeller für mehr Kraft. Wir haben einen Einbautank mit ca. 45l Inhalt. Zum Betanken ohne Tankstelle haben wir noch einen Kanister mit 20l dabei. Der Verbrauch belief sich auf ca. 3 Liter/h bei 5 kn. Insgesamt haben wir etwa 387 Liter Benzin verfahren, also ca. 500€.

Die Hafengebühren beliefen sich auf 10-23€/Tag, inkl. Strom und Duschen. Versorgt haben wir uns in guter Mischung aus Bordküche (Mitgebrachtes und beim Supermarkt eingekauft)/Grill und Essengehen, was in Schweden defakto Burger/Pizza oder Räckmärka bedeutet (Krabbenbrot).

So, genug der Statistik, jetzt kommen die Fazite:

Mark:

Ich möchte mich bei meiner Schwester Nicole, und meiner Mutter bedanken, sie haben in meiner Abwesenheit meinen Job  übernommen! Zu unsrer Reise möchte ich sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, mit welcher Leichtigkeit wir die (erhofften) Ziele erreichten. Auch war die Zeit, die wir uns genommen haben richtig berechnet.

Wenn man mit dem Boot unterwegs ist, besonders noch unter Segeln, so gibt das Wetter den Reisetakt vor, nicht die Planung! Auch erstaunt hat mich, dass außer Verschleiß keine nennenswerten Schäden entstanden sind (ein kleiner Kratzer im Boot…). Gott sei Dank!!!

Noch wichtiger ist, dass wir beide absolut fit und gesund sind (eine Erkältung habe ich schon unterwegs auskuriert). Gelernt haben wir außerdem, dass wir mit unsrem Boot (fast) überall hinkommen, Zeit vorausgesetzt… Natürlich bedarf das einer akuraten Planung und ständigen Räum- und Stauaktionen, welche mein Erster Offizier mustergültig erledigt hat!!! Und last not least, eine gewisse Leidensfähigkeit kann nichts schaden. So und jetzt geht’s zur Einschätzung des Ersten Offiziers:

Auch ich möchte mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die meine Arbeit übernommen haben und mir somit diese Möglichkeit der Auszeit mit ermöglicht haben.

OK, und hier die Gedanken des Ersten Offiziers, Smutjes, Deckspersonals, Navigators… Drei Monate auf kleinstem Raum – es funktioniert. Fortbewegung auf langsame, wetterabhängige Art – man lernt Geduld. War ich am Anfang bei jedem neuen Hafen noch aufgeregt (wie macht man da fest? Sind die Heckleinen klar zum Ausrauschen? Wo ist der Fenderhaken? Wie komme ich auf den Steg?), wurde ich nach einiger Zeit gelassener. Überhaupt, man nimmt alles irgendwie gelassener.  Und das tut gut! Gedanken konnten in Ruhe durch den Kopf gehen, man hatte ja unendlich Zeit bei stundenlangen Segeletappen. Und Ruhe! Es ist so schön, der Motor ist aus, die Segel stehen und man hört nur das Wasser und den Wind. Kein Motorenlärm (ok, außer ein Motorbootfahrer hat uns als Peilpunkt im Visier…), kein Geschrei, kein Lärm! Unbezahlbar!

Die Erfahrung, die Erinnerung, die kann uns niemand mehr nehmen! Und wir sind froh, dass wir sie gemacht haben.

 

 

Zurück in der WSG Arnis, pünktlich zum „Musik am Noor“!

Jaaaaa! Die Schlei hat uns wieder. Nach über 1.000 Seemeilen….

Doch Statistik und Fazit kommen im nächsten Beitrag, erst mal wie´s uns nach Ebeltoft ergangen ist. Am Montag, den 07.08. haben wir es gewagt. Da das wieder kein Spaziergang werden würde, haben wir als Ziel Hov-Havn gewählt, 24sm gegen Wind und Welle (5bft) mit der Schnellfähre von Arhus im Genick…

Am Dienstag gings nach Fredericia weiter, mit gutem Segelwetter! Dort haben wir den Mittwoch als Ruhetag auserkoren und ausgiebig Stadt und Geschäfte besucht.

Am 10.08. hatten wir 2 Optionen: 1. die kurze Variante (Hälfte des kleinen Belts) bis nach der Insel Arö (22sm) oder 2. wenns gut läuft bis Fynshav auf der Insel Als. Und das hat dann auch geklappt, nach rund 10h müde aber durch einen schönen Segeltag mit viel Sonne verwöhnt in den idylischen Hafen am Arsch der Welt einzulaufen war einfach schön! Bleibt noch der Freitag, der mit lächerlichen 27sm bis nach Arnis nur den Druck hatte, dass wenig Wind, aber Regenwolken drohten und außerdem wir bis Nachmittags in der WSG sein wollten.

Dort ist nämlich 11.-12. August Musik im Noor. Das sind jedes Jahr zwei Tage Musik in der Werfthalle, ein Festival direkt zwischen Dorf und Marina… Morgens fährt schon ein Dampfer durch den Yachthafen und weckt Langschläfer mit Dixieland auf. Vorhin haben sie „Wochenend´und Sonnenschein“ gespielt, Humor haben sie schon, diese Muschelschubser! (es regnet ausdauernd…).

Wie geht’s weiter? Nächste Woche geht’s ans Ausräumen, Abriggen, Kranen, Heimfahren. Oder sollen wir doch noch nach Oslo? Sabine schlägt mir auf die Finger…

Lagerkoller

Es ist soweit – wir haben ihn, den bei Seglern besonders beliebte Lagerkoller!

Auf unserem Rückweg, nur noch wenige Etappen von Arnis entfernt, kommen wir nicht oder sagen wir mal nur sehr schleppend weiter.

Zuerst mussten wir vier Tage in Bönnerup auf passendes Wetter warten. Jetzt ist Bönnerup nicht gerade ein Ort, der viel Abwechslung bietet. OK, du kannst am Hafengrill zwischen verschiedenen Hamburgern wählen und auch die Eissorten sind sehr zahlreich (und zugegebenermaßen alles superlecker und in Riesenportionen), aber das ist nicht gerade tagesfüllend (und figurschonend). Landschaftlich liegt Bönnerup aber sehr schön,  also wurde die Umgebung mit den Bromptons und auch bei einer sehr feuchten Wanderung erkundet. Sofern es das Wetter zuließ. Ansonsten spielte sich das Leben in unserer Kuchenbude ab (hier mal ein Hoch auf Meister Paulsen für das dolle Ding!), da saßen wir trocken und konnten den Regentropfen beim Fallen zu schauen…

Waren wir froh, als die Wettervorhersage nach vier Tagen Besserung versprach. Und tatsächlich konnten wir ablegen und bei recht ruhiger See und gutem Wetter den Weg bis Ebeltoft machen. Leider mussten wir den größten Teil der Strecke unseren Motor mitlaufen lassen, da wir teilweise einen Strom von bis zu zwei Knoten gegenan hatten und der Wind zu schwach war, um ohne Motor Strecke machen zu können. Und es waren nun mal gute 47 Seemeilen bis Ebeltoft…

Am Nachmittag des 1. Augusts legten wir dann im Jachthafen Ebeltoft an. Und nach kurzer Verschnaufpause besichtigten wir sogar noch die Fregatte Jylland. Die wollten wir unbedingt anschauen, da wir am nächsten Tag gleich weiter südwärts nach Hov wollten.

Zumindest sagte die Wettervorhersage, dass das gut machbar wäre. Der morgendliche Blick zum Himmel sagte auch „joaaa“, also ging es um 9 Uhr los. Mal wieder gegenan, aber wir wollten ja nur die 24 Seemeilen bis Hov. In der Bucht von Ebeltoft war alles noch soweit in Ordnung. Am Himmel waren zwar schon einige dicke Wolken auszumachen, aber die paar Seemeilen, das wird schon halten. Tat es aber leider nicht. Als wir um die „Ecke“ fuhren, den Leuchtturm Sletterhage Fyr voraus,  sahen wir nur noch eine dunkelgraue Wand vor uns. Und da mussten wir hin! Der Goggi rollte wie wild in den Wellen, der Wind blies uns frontal entgegen und dazu noch ein Regen als würde über uns ein Waschzuber ausgeleert. Alles in allem kein schönes Erlebnis! Was war nun die weiseste Entscheidung? Umkehren! Und das machten wir dann auch. Gute zwei Stunden später lagen wir wieder in Ebeltoft. Nass, frustriert, aber mit der Gewissheit, das richtige gemacht zu haben.

Und seither liegen wir nun hier, mittlerweile den vierten Tag (nach Wiederankunft). Und haben gefühlte 127 Regengüsse und mindestens genau so viele Starkwindphasen erlebt.

Im Glasmuseum

Nun gibt es in Ebeltoft mehr Sehenswertes als in Bönnerup. Der Ort ist wirklich nett, das Glasmuseum sehr sehenswert. Aber es reicht jetzt! Ich will hier weg! Ich will nach Arnis! Und ich will keine Wellen!

Der Danebrog weht wieder unter der Saling!

Am Dienstag, den 25. ging es wieder auf die Reise! Die Goggi-Crew hat untypisch den Wecker gestellt und ist um 5.40h aus dem Yachthafen Lilla Bommen in Göteborg ausgelaufen. Da wir 47sm vor uns hatten und außerdem zuerst 10sm Hafen mit großen Pötten, die uns begegneten, war es so früh noch etwas ruhiger.

Dann gings nach den letzten vorgelagerten Inseln endlich über das Kattegat. Wir mussten ja direkt von Ost nach West segeln. Der Nordwind mit 3-4bft half uns mit halbem Wind nach Dänemark. Die Insel Laesö war unser Begehr, wir waren dort um 16.10h fest am Steg.

Am Mittwoch haben wir dann begonnen, den Weg nach Süden wieder einzuschlagen. Nach 30sm sind wir in Hals gelandet, am Beginn des Limfjords, der bis zur Nordsee reicht. Die Fahrt war etwas zäh, selbst die Geheimwaffe (der Booster) hat nichts gebracht. Kein Wind, aber wenigstens sommerlich warm…

Gestern sind wir von Hals nach Bönnerup gebolzt, ein Törn zum Vergessen. 30sm nach Süden, mit Wind aus Süden! 6h mit Motor hat so in die Wellen geschlagen, es war grausam. Was waren wir froh, als wir hier ankamen. Heute morgen Sonne und nix wie die Bromptons klar gemacht und eine Fahrradtour am Wasser lang zu einem Schloß. Nach 3 Tagen mit 110sm brauchen wir etwas Erholung!

Wie´s weitergeht werden wir nach dem Wetterbericht sehen, der sieht nicht rosig aus, es soll ordentlich blasen (und weiterhin aus Süd!). Wenn wir hier eingeweht werden, dann fahren wir vielleicht nach Arhus, das ist die europäische Kulturhauptstadt 2017…

 

Auf dem Trollhätte-Kanal nach Göteborg

Am Freitag, den 21. Juli gings morgens los auf Kanaltour Part II. Sofort kam die erste Brücke in Sicht, auf deren Öffnung wir warten mussten. Danach fuhren wir durch einen sehr schmalen Kanal, der direkt in den Göta-Alv führt, ein Fluß, welcher den Trollhätte-Kanal bildet.

Vor der namensgebenden Stadt Trollhättan gibt’s erst mal Industrie, wir kriegen feuchte Augen, müssen an Zuhause denken….  Auch haben wir bereits die ersten beiden der sechs Schleusen absolviert (10m Hub – schwubbdiwubb war der Goggi-Mast nicht mehr zu sehen..).

Trollhättan selbst scheint ein ganz nettes Nest zu sein, der Gästhamn sieht recht neu und gepflegt aus. Da wir aber grad mal 2 Stunden auf dem Buckel haben, denken wir nicht ans Anlegen, sondern tuckern weiter. Die Landschaft wird wieder natürlicher und dann steht eine Schleusentreppe mit 3 Schleusen an und weil wir wieder der Benjamin sind, gehen wir auf eine elegante Faurby aus der WSG Arnis längsseits. Der Skipper fragt uns, von wo wir gestartet sind, und ich zeige auf sein Heck wo groß WSG Arnis steht. Der war echt beeindruckt, Tag gerettet!

Gegen 15h laufen wir vor der Schleuse Lille Edet in den Gästehafen ein – nach 17sm reichts. Man liegt dort ruhig und kann über die Brücke in dem gleichnamigen Ort was einkaufen. Vorher haben wir den Schleusen Vor-Vorgänger besichtigt, welcher als isoliertes Becken noch vorhanden ist. Es ist die älteste Schleuse Schwedens, von 1605! (Ähnlichkeiten mit Göta-Kanal Schleusen sind rein zufällig…).

Am nächsten Morgen geht’s nach einer ruhigen Nacht ohne Strom und mit Katzenklo (Toilette wegen Vandalismus geschlossen!) weiter durch die letzte Schleuse auf diesem Trip!!! 64 Schleusen waren es insgesamt, 38 hoch (bis auf 100m über dem Meer), 26 runter. Nach 24sm laufen wir am frühen Nachmittag in den Yachthafen Lilla Bommen direkt im Zentrum Göteborgs ein.

Heute ist Montag, der 24. und nach schönen 2 Tagen Sightseeing hoffen wir, dass sich morgen das Zeitfenster öffnet, um über das Kattegat nach Dänemark zu segeln.

Mal sehn!

Auf Wiedersehen Göta-Kanal, hallo Trollhätte-Kanal!

Am 11. Juli haben wir uns von Motala nach Vadstena verholt. Ein Stück von 10sm über den Vättern-See. Ein bischen abseits der direkten Göta Route über den See, aber bei strahlendem Wetter im Hafen direkt neben einem großen Schloss zu liegen war zu verlockend…

Der nächste Tag versprach einen 4 Bft Wind aus Süd. Wäre toll zum Segeln gewesen. Realität: Südwest bis 7 Bft und eine abartige Welle. Das war eine Achterbahnfahrt mit Dusche! 14sm oder 3h, wir waren sehr glücklich als wir drüben in Karlsborg ankamen.

Der 13. hat zwar auch noch mächtig Wind im Gepäck gehabt, aber wir waren ja wieder im Kanal. Hier geht’s Fjord-artig über kleinere Seen und durch riesige Waldgebiete durch.

Der nächste Hafen war Forsvik, mit einem ehemaligen Industriekollektiv in dem Papier, Gusseisenteile und Schiffe gebaut/produziert wurden. Das ist jetzt ein hochinteressantes Museum, in welchem man den halben Tag verbringen kann (was wir auch taten). Schönes Liegen vor der Schleuse!

Wir hatten unterwegs einen Dänen mit einem Motorsegler kennengelernt, der uns vorschlug, vor dem nächsten Hafen auf einer Kanalinsel mit Anlegestelle zu übernachten. Ein perfekter Abend mit Waldesruh´, Lagerfeuer (mit Stockerlwürstel überm Feuer) und Plumsklo…

Am 15. gings nach Töreboda, ein langweiliges Nest, Highlights waren der ICA-Supermarkt, ein Flohmarkt und gemütliches Grillen am Abend. Am 16. gings bei strömenden Regen nach Lyrestad, noch langweiliger und Highlight diesmal: die Pizzeria… Am 17. kurzer Trip mit nochmals 5 Schleusen nach Sjötorp, Ende des Götas.

Am 18.07. haben wir die letzte Schleuse des Göta-Kanals erreicht, 58 insgesamt… jetzt gings raus auf den Vänern-See, den größten See der EU. Hier könnte man den den Bodensee 10 mal drin verstecken! Wir hatten geplant, den Trip nach Vänersborg, dem Ausgangspunkt des Trollhätte-Kanal auf 3 Etappen zu machen. Insgesamt sind über 70sm zurückzulegen, da das Wetter aber mitgespielt hat, sind wir mit einem Stopp in Spiken (in einem wunderschönen Schärengebiet) ausgekommen.

Also sind gestern, am 19. insgesamt 38sm zusammengekommen, 7,5h Fahrt…. Heute haben wir einen Tag Auszeit in Vänersborg genommen, eingekauft, ausgeruht. Morgen geht’s auf den Trollhätte, der uns nach ca. 40sm nach Göteborg führen wird. Wir sind gespannt auf die 6 Schleusen, die teilweise einen Hub von 10m haben!

Wir werden berichten!

 

 

Pittoreske Kanalfahrten und Schleusenmarathone…

Am Donnerstag den 06.07. ging das Kanalabenteuer los. Von Mem, den östlichen Startpunkt ging es nach dem Frühstück los. Die erste Schleuse hatten wir ja schon absolviert, mit Einführung der Schleusentechnik: Aufwärts wird der Vormann(-frau) an Land abgesetzt (rechts oder links der Schleuse). Er nimmt die vorne am Boot befestigte Leine mit an Land und läuft parallel zum Boot mit. Der Steuermann fährt das Boot in Position und wirft dem Vormann die Achterleine zu. Diese wird straff senkrecht festgebunden. Der Vormann hält die Vorleine straff bei steigendem Pegel. Das Schiff schiebt sich dadurch langsam nach vorne….

37 von 38 mal haben wir jetzt schon aufwärts geschleust! Die Route ging nach Söderköping, am 07.07. nach Norsholm, am 08.07. nach Berg über den See Roxen, Seen haben die hier…

In Berg ist das absolute Highlight die Schleusentreppe mit 7 ineinander übergehenden Schleusen, die zusammen einen Höhenunterschied von 17m überwinden! Danach waren wir ganz schön groggy. Sonntag den 09. gings nach Borensberg, nettes Liegen direkt am Kanal, gegenüber jede Menge Schafe.

Heute am 10. sind wir über den See Boren gefahren, nach Motala, wo wir jetzt liegen (nettes Städtchen!). Nach dem See gabs die 2. Schleusentreppe (5 Schleusen am Stück; 15m Höhenunterschied). Zwischendrin auch eine Menge Brücken, die aber meist bei Annäherung geöffnet werden.

Morgen werden wir über den 2. größten See, den Vättern fahren, evtl. bleiben wir auch einen Tag auf dem Vättern, mal sehen…

 

++++EILMELDUNG+++GÖTAKANAL+++UNBEKANNTES SEGELOBJEKT NAMENS GOGGOLORI GESICHTET !!!++++

Also…am Sonntag, den 02.07. war endlich das Wetter gut genug, um weiter Richtung Göta-Kanal zu schippern. Nachdem es uns auf der offenen See zu viel Schwell und zu wenig Wind hatte, haben wir uns entschlossen, die Stadt Västervik nach der Hälfte des Wegs über das Schärenfahrwasser anzulaufen.

 

Was für eine Wunderwelt aus Felsen, Wald, verwunschenen Buchten und Ochsenblut-roten Häusern!

Auch hatte der Wind merklich aufgefrischt, so dass am Ende des Tages ein heißer Ritt durch die Schären draus wurde…

 

Der nächste Tag war ein wunderschöner Hafentag mit Stadtbesichtigung: Leuchtturm mit Rundumblick, Kirchen, Museumsbesuch des Kriegsschiffes Mars, welches von Tauchern  bei Gotland gefunden wurde. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sehr spannend.

 

Der 04. Juli hat uns nach Fyrudden gebracht, der letzten Etappe vor Mem, dem Ausgangspunkt des Götas. Wind gabs schon, aber von vorne. Also Motortime, und zwar 35sm lang. Als Erfrischung gabs eine schöne Dusche von oben, waren wir froh als wir fest im Hafen lagen!

 

Tja, und heute am Mittwoch, wäre eigentlich easy-going 28sm nach Mem gewesen, durch das schöne Schärengebiet, und was kam? 6sm vor dem Ziel ein Gewittersturm mit Böen bis 9bft….

 

Aber JETZT SIND WIR DA!!!!! Und haben gleich die erste Schleuse gemeistert, mit Einweisung der freundlichen Schleusenwärterin. Und wir sind platt, aber so was von….

 

Ab morgen geht’s in kleinen Etappen den Kanal lang. Wir freuen uns!

Leben auf 6,60 m und Seglerlatein

Da die meisten unserer Freunde und Bekannte nichts oder nicht viel über das Segeln wissen und wir bereits im Vorfeld Fragen über das Leben an Bord und das Segeln an sich gestellt bekommen haben, möchten wir hier mal ein paar Dinge erklären und beschreiben.

 Wenn man unter Deck geht, kommt man in diesen Teil (wird als „Salon“  bezeichnet):

Hier verbringen wir die Zeit, wenn es draußen zu kühl oder zu nass ist (natürlich nur im Hafen). Nicht im Bild zu sehen: An der Stange (das ist die Maststütze in Verlängerung des Mastes) befindet sich unterhalb der Decke ein Tisch, den man bei Bedarf herunter lassen kann. Der Kasten unten rechts ist unsere kleine Kühlbox. Gerade an warmen Tagen wollen wir sie nicht missen!

Unter den Polstern ist Stauraum. Hier findet man unsere Vorräte, Klamotten und anderes Gedöns wie Zewa (besonders wichtig!). Und das Allerwichtigste: den Weinkeller!

Vor dem Einräumen: 18 Flaschen Wein – ob das reicht?

 Hier ein Blick zum Eingang, dem Niedergang:

offen

 

zu

Die Treppe in der Mitte hat ebenfalls Klappen zum Unterbringen diverser Sachen.

Im Bild links ist die Landanschlusstafel in der Tür der Segelkammer zu sehen. Dahinter, wie der Name schon sagt, sind die Segel untergebracht, die gerade nicht gebraucht werden. Und noch einiges anderes…

Kochen können wir natürlich auch. In dem Schuber auf der anderen Seite des Niedergangs ist unsere Pantry (wieder so ein Schiffsausdruck). Und so sieht es ausgezogen aus: ein zweiflammiger Spirituskocher und ein Becken mit fließend kaltem Wasser (mit Fußpumpe). In den Klappen unten sind die Kochutensilien untergebracht.

Von den kleinen Schränkchen, die man über der Pantry sieht (offen und zu), haben wir auf jeder Seite drei Stück. Diese Schränkchen heißen Schapps. Und bieten wieder einiges an Stauraum. So ist zum Beispiel eines mit Küchendingen wie Gewürze, Kaffee, Tee, Kekse, eines mit Geschirr und eines mit Elektronika belegt.

Natürlich ist die Belegung des Stauraums total frei. So wird wohl jeder FS 22 – Besitzer das anders machen!

So, hier ist das Vorschiff, d.h. vorne im Schiff:

Hier schlafen wir. Und tagsüber schlafen hier unsere Bromptons (Klappräder).Unter den Polstern ist der Wassertank und wieder Stauraum. Außerdem für den Notfall eine Toilette.

Jetzt geht es nach draußen. Dieser Teil des Bootes nennt man Plicht. Hier sitzt man beim Segeln. Und im Hafen bei schönem Wetter. Bei nicht so schönem Wetter haben wir die Möglichkeit unsere Kuchenbude aufzubauen. Das ist so eine Art Zelt, das ganz speziell für jedes Schiff angepasst und hergestellt wird.  Wieso der Name „Kuchenbude“? Ich denke mal, da man damit auch bei schlechterem Wetter draußen sitzen und Kuchen essen kann :-).

Die Kuchenbude wird mit der Sprayhood verbunden. Das ist der vordere Teil, der auch beim Segeln drauf bleibt und vor Spritzwasser schützt.

 Und jetzt noch ein paar Begriffe, die eventuell in unseren Berichten vorkommen:

Luv – das ist die dem Wind zugekehrte Seite.

Lee – das ist die dem Wind abgewandte Seite.

Hoch am Wind segeln – wenn der Wind ziemlich von vorne kommt. Dabei legt sich das Schiff meist auf die Seite, das nennt man dann Krängen.

Halber Wind – der Wind kommt von der Seite.

Achterlicher Wind – der Wind kommt von hinten. Wenn man so segelt, hat man einen Raumschot-Kurs. Wenn der Wind ziemlich genau von hinten kommt, kann das Groß auf der einen und das Vorsegel  auf der anderen Seite gefahren werden, dazu sagt man dann Schmetterlingssegeln.

 Zu bemerken ist noch folgendes: Wenn der Wind von achtern bis halb (schräg von der Seite) kommt, bewegt sich das Boot durch den Widerstand im Wind vorwärts. Kommt der Wind weiter von Vorne, segelt das Boot durch Auftrieb, d.h. die Segel funktionieren ähnlich wie die Tragflächen eines Flugzeugs.

 Großsegel – das ist das hintere Segel, das am Mast und Baum (= Querstange am Mast) gefahren wird.

Vorsegel – hier gibt es verschiedene, je nach Wind und Richtung kann ein anderes verwendet werden:

Wir haben eine Sturmfock (sehr kleines Segel mit sehr robustem Stoff), das bei widrigen Bedingungen, wie der Name schon sagt, eingesetzt wird. Bisher mussten wir es zum Glück nur einmal verwenden und das auch nicht in diesem Urlaub.

Das nächstgrößere Segel ist die Fock. Das ist eigentlich der Allrounder und besonders geeignet, wenn man hoch am Wind segelt.

Dann kommt die Genua. Das ist das größte „normale“ Vorsegel. Bauchiger als die Fock und fängt damit mehr Wind ein.

Wir haben dann noch den von Mark modifizierten Booster. Ein Leichtwindsegel mit dünnem Stoff und schön bunt. Den kann man schön bei wenig Wind einsetzen.

Als letztes der Spinnaker. Ebenfalls ein Leichtwindsegel aus dünnem, buntem Stoff. Wird anders gefahren als der Booster.

 Zu der Geschwindigkeit und Distanz ist zu sagen, dass eine Seemeile 1,852 km entspricht und ein Knoten (Geschwindigkeit) 1 Seemeile pro Stunde beträgt.

Ich hoffe, alle Fragen sind geklärt. Falls etwas unklar ist, bitte gerne an uns wenden!

 

Wann sind wir endlich dahaaa???

In Bergkvara hat am am letzten WE niemand um den Maibaum getanzt. Der ist im Sturm weggeflogen (war wohl von Ikea?!?)….

Nee, Scherz beiseite, wir haben am Dienstag den 27.06. endlich ein Startfenster gefunden und sind den Kalmarsund gen Norden gesegelt.

Vorbei an der namensgebenden Stadt mit riesigen Schloss am Wasser, vorgemerkt für einen eigenen Besuch. Aber wir wollen ja Strecke machen, also unter der riesigen Brücke durch (bleibt der Mast hängen?), bis nach Borgholm im Norden von Öland.

Ein Ort, in dem endlich die maritime Mode zu den Booten passt. Durchschnittliche Bootslänge: 40 Fuß aka 12m… Der Goggi sah putzig aus dazwischen! Wir haben aber nach Ankunft ein lecker Roggenbröd mit gefühltem Kilo Krabben und ebenso viel Majonaise verspeist. Saulecker!!!

Von Borgholm aus sollte es eigentlich nach Figeholm im Schärengebiet gehen, aber ein drohendes Gewitter hat den Captain veranlasst, den Trip nach 20sm abzukürzen und nach Oskarshamn zu segeln. Hier liegen wir im Stadthafen sehr zentral mit guter Versorgung, war heute (Do.) beim Frisör.

Also, das Haar sitzt (das noch vorhandene bei mir,M…), wir werden die verbleibenden 80sm nach Mem auch noch schaffen. Dann sind wir erstmal dort wo unser zweites Highlight beginnt:

Der Göta-Kanal….

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